Werkforum 2021
2271
page-template-default,page,page-id-2271,bridge-core-2.9.0,qode-page-transition-enabled,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-title-hidden,qode-theme-ver-27.4,qode-theme-bridge,disabled_footer_bottom,qode_header_in_grid,wpb-js-composer js-comp-ver-6.7.0,vc_responsive

Werkforum 2021

5. Werkforum „Plastische Perspektiven“ vom 21. Aug. bis 28. August 2021 im Skulpturenpark und Parksaal Nidda – Bad Salzhausen.

Ausstellende Künstler/innen Werkforum 2021: 

Eine drei Meter hohe Eichenholzskulptur mit dem Titel „Schauender“ wird während des „Werkforums“ von der Holzbildhauermeisterin Tanja Röder im oberen Kurpark aufgestellt werden. Ihr Atelier hat die Künstlerin in Pfaffenhofen, von hier aus entwickelt sie ihre bildhauerischen Themen. Die Wahrnehmung und das Verständnis der Natur, die perfekt in Funktion, Proportion und Schönheit ist, bildet die Grundlage Röders künstlerischer Arbeit. Die Folge sind keine naturalistischen Kopien, sondern abstrahierte, auf das Wesentliche reduzierte, konzentrierte Formen. Die Darstellung des Menschen in verschiedensten Emotionen, Handlungen, Ereignissen -und dies integriert in die Natur- also den Raum, der ihn umgibt, ist das Hauptthema ihrer Holzarbeiten. Die überlebensgroße Skulptur „Schauender“ wird mit ihrer Höhe von drei Metern weit in den Park „blicken“ können. „Das Schauen hat viel Bedeutung für uns Menschen“, sagt Tanja Röder. Somit nimmt Röders „Schauender“ auch in Bad Salzhausen eine weitere „Plastische Perspektive“ für den Ort ein.

Die Keramikerin und Skulpteurin Christine Hach arbeitet bevorzugt mit grobschamottierendem Ton, den sie hoch brennt und mit sparsamem Glasureinsatz versieht. Dies bewirkt, dass die Arbeiten der Künstlerin im Freien spannende Lichtreflexe hervorrufen. Die Arbeitsspuren lässt Hach gerne stehen, um den Werkprozess sichtbar und frisch zu lassen. Die in Bad Salzhausen im „Werkforum“ von ihr installierte Skulptur „Abtauchen“ gehört im weitesten Sinne zu einer Serie von Schwimmerinnen, an der Christine Hach bereits seit 2008 arbeitet. Es ist vor allem die Umkehrung, das Auf-dem-Kopf-Stehen, in die Tiefe treiben und gleiten, das die Künstlerin Hach bei ihrem Werk „Abtauchen“ interessiert und bearbeitet. Der Kopfstand erfordert das Umdenken, allein das Auf-den-Kopf-Stellen bewirkt eine völlig andere Körpererfahrung, etwas Ungewohntes, das Hach sich mit ihrem Thema neu erarbeitet. Das Schöneganze wird durch die stark farbige und schimmernde Glasierung der zweidimensionalen teile gestört und unterbrochen. Die Anmutung ist zwischen bedrohlichem Ertrinken und akrobatischer Schwerelosigkeit.

Das künstlerische Werk Karl Anton Koenigs und sein von ihm 2017 ins Leben gerufene KAKVERSUM entziehen sich jeglicher tradierter Vorstellung von künstlerischer Arbeit. Seine großen raumbezogenen Installationen, genau wie die von ihm geschaffenen kleineren Objekte und Gerätschaften, vermitteln dem Betrachter einen hintersinnigen, wenn nicht gar anarchischen Eindruck seines überbordenden künstlerischen Ausdruckswillens. Die Interaktion mit dem Publikum im Sinne partizipativer Aspekte steht dabei meist im Vordergrund seines Schaffens. Karl Anton Koenigs wird eine Skulptur für den Park Bad Salzhausens schaffen, die vermutlich zur Eröffnung noch nicht fertig gestellt, aber doch schon als Idee sehr eindrücklich den Betrachter herausfordern wird.

Der aus Augsburg stammende LandArt Künstler Hama Lohrmann findet sein Werkmaterial ausschließlich in der Natur: Erde, Stein, Blätter, Früchte und alles, was ebendiese ihm zu bieten hat. Auf tagelangen Fußmärschen entdeckt er, beobachtet, baut und formt und setzt somit Zeichen. Für ihn ist gleichsam der Weg das Ziel; nicht das künstlerische Endergebnis, das schlussendlich „mit nach Hause“ genommen werden könnte. Sein Glück und seine Inspiration liegen in der tiefen Verbundenheit mit dem verborgenen Ort, den er auf seinen seit mehr als 20 Jahren durchgeführten Entdeckungswanderungen für sich als künstlerisch „richtigen“ Ort findet. Für Hama Lohrmann bleibt als einzige Möglichkeit zur „Ewigkeit“ das Foto. In Bad Salzhausen wird sein Weg durch den Ort, die Umgebung und letztlich durch den oberen Kurpark Form und Inhalt seines dort zu erschaffenden Kunstwerkes bestimmen.

Stefan Schindler, Holzbildhauer aus Nürnberg, hat nach seiner Ausbildung in Oberammergau an der Kunstakademie in Nürnberg studiert und dort seit seinem Abschluss einen Lehrauftrag für Bildhauerei inne. Seine figürlichen Arbeiten haben, was ihre Physiognomie angeht, eine sehr besondere Ausstrahlung. Zum einen resultiert dies aus übersteigerten Proportionen, die etwas Fantastisches transportieren, zum anderen aus einer sehr besonderen, dynamischen Oberfläche, die aus seiner speziellen Bearbeitungstechnik entsteht: Schindler formt seine Figuren bis in kleinste Detail mit Äxten und Beilen! In seinem Arbeitsprozess versucht er bewusst eine Art Kontrollverlust anzustreben, den er seinerseits dann wieder zu kontrollieren trachtet. Für den Skulpturenpark hat Stefan Schindler einen „großen Engel“ aus Eichenholz geschaffen auf dessen Präsenz vor Ort man sehr gespannt sein darf!